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Sexting: Definition, Funktion, Probleme

Unter dem Begriff versteht man die private Kommunikation mittels Kurznachrichten (Texten) zu sexuellen Themen. Das Wort setzt sich dabei aus den Komponenten „Sex“ und „Texten“ zusammen. Es handelt sich quasi um Dirty-Talk in Textform bzw. den gegenseitigen Austausch sexueller Fantasien oder erotischer Fotos zur gegenseitigen Erregung. Seit der Verfügbarkeit diverser Messaging-Dienste und Instant-Messagern wie MMS oder WhatsApp und Telegram rückte auch zunehmend der Versand von Nacktaufnahmen, auch „Nelfie“ genannt, in den Vordergrund. Im deutschen Sprachraum wird der Begriff hauptsächlich für den Versand erotischer Selbstaufnahmen im Internet oder via Smartphone verwendet.

Wer nutzt es?

Die verbreiteste Form ist das Versenden kurzer, erotischer Nachrichten. Aber nur knapp dahinter befindet sich der Versand von Fotos und/ oder Videos in erotischen Posen der eigenen Person. Berichten zufolge haben die Sexting-Aktivitäten mehr positive Auswirkungen auf die Beziehung als negative.

Die Form des „Dirty Talks in Textform“ wird vorrangig von Jugendlichen und jungen Erwachsenen im Alter zwischen 13 und 26 betrieben. Der Messenger WhatsApp wird am häufigsten für den Versand sexueller Inhalte verwendet, erst danach folgen die Messenger-Dienste von Facebook und anderen Social Media Anbietern. Allerdings bringt der Versand erotischen Bildmaterials auch Risiken mit sich.

Welche Probleme gibt es?


Durch die Verwendung von Messenger-Diensten ist es für die Empfänger sexueller bzw. erotischer Inhalte kein Problem, die Bilder oder ähnliches ungefragt an Dritte weiterzusenden. Tritt dies ein ist von Sexting-Missbrauch die Rede, denn das ursprünglich als Geschenk für den Partner gedachte Bild wird missbräuchlich verwendet. Der abgebildeten Person soll damit willentlich als auch unbewusst geschadet werden.

Unabhängig vom Inhalt, das Recht am privaten Bild bleibt bestehen und das Recht gilt es zu wahren.

Was steckt dahinter?


Warum versenden junge Menschen erotische Inhalte an Kontakte oder sogar Fremde? Worin liegt der Reiz? Durch den unkomplizierten, technologiegestützten Versand derartiger Inhalte ist Sexting eine moderne Form des Flirtens. Vor allem in der Pubertät wird es dazu genutzt, die eigene Sexualität zu erkunden und sich gegenüber dem anderen Geschlecht auszudrücken und darzustellen. So spielen wichtige Fragen wie „Wie komme ich beim anderen Geschlecht an?“, „Findet mich mein Gegenüber reizvoll?“ und „Was gefällt meinem Gegenüber besonders?“ eine entscheidende Rolle bei dieser Form der erotischen Kommunikation.

Der Versand erotischer Inhalte kann in einer bestehenden Beziehung dazu dienen, den Partner anzuregen und somit die sexuelle Beziehung um eine weitere Komponente zu erweitern. So dienen Sexting-Bilder als gegenseitiger Vertrauens- und Liebesbeweis, eine Art der Beziehung neuen Schwung zu verleihen.

Ebenso wird es für sich anbahnende Beziehungen verwendet. Dabei ist noch kein Vertrauen vorhanden, vielmehr soll dadurch Aufmerksamkeit erregt und die eigene Person beworben und attraktiv abgebildet werden. Allerdings ist diese Sexting-Form nicht ganz unsicher, denn auf Grund der noch nicht vorhandenen Beziehung können die sich die Sexting-Partner nicht sicher sein, ob die Inhalte an Dritte weitergegeben werden.

Der Versand von Sexting-Bildern ganz ohne Folgen vonstattengehen, muss aber nicht. Ein Risiko beim Versand persönlicher, erotischer Inhalte ist immer vorhanden, vor allem wenn man zu dem Gegenüber noch keine vertrauensvolle Beziehung aufgebaut hat. Vorsicht ist also geboten.